EIN MONAT IN TOGO

Antonia ist nun seit fast einem Monat in Togo, um unseren Partner natureOffice bei ihrem PROJECT TOGO tatkräftig zu unterstützen. Trotz aller Anstrengungen hat es sich Antonia nicht nehmen lassen, uns ausführlich über Ihre ersten Wochen zu berichten. Heute bekommt Ihr einen exklusiven Einblick in die Ereignisse vor Ort. Wer genau natureOffice ist und was es überhaupt mit PROJECT TOGO auf sich hat, könnt Ihr in unserem letzten Blogeintrag hier noch einmal nachlesen.


Das Land Togo

Zunächst wollen wir euch das Land Togo genauer vorstellen. Der Kleinstaat in Westafrika zählt mit seinen rund 7,6 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt, denn das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei umgerechnet ca. 44,48 €. Die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels machen die privaten Haushalte anfällig für unerwartete Ereignisse wie z.B. Krankheiten, Todesfälle oder schlechte Ernte. Nur 30% der Bevölkerung in Togo hat Zugang zu sauberem Trinkwasser und 24% der Kinder sind von Unterernährung betroffen.

Das Klima in Togo ist heiß und feucht. Antonia berichtet uns über Temperaturen am Tag von ca. 35-37°C, welche glücklicherweise in der Nacht auf 25-28°C fallen. Nur zur Regenzeit wird die Hitze von subtropischen Regenschauern gemildert, die dann aber so heftig sind, dass die wenigen vorhandenen Straßen überflutet werden und teilweise große Schäden davon tragen. Dabei stellen Straßen die einzige Verbindung zwischen Stadt und Dorf dar, da das Eisenbahnsystem vor vielen Jahren eingestellt wurde. Zugleich dient die Straße auch als Marktfläche, die die Einwohner als Einkaufs- und Verkaufsmöglichkeit nutzen.

Togo

Im ganzen Land fehlt es an sanitären Anlagen, medizinischer Versorgung, Schulen, sozialer Absicherung, Mobilität, elektrischer Energie, Kommunikationsmitteln und vor allem an Arbeitsplätzen. Die wirtschaftliche Not wird nur dadurch gemildert, dass durch den hohen Landwirtschaftsanteil die Einwohner überwiegend Selbstversorger sind. So ist Hunger, im Gegensatz zu anderen Regionen in Afrika, in Togo nicht das größte Problem. Antonia erzählt uns, dass trotz allen Mängeln die Menschen sehr freundlich und aufgeschlossen sind. Die Togolesen besitzen nicht viel, verfügen aber über eine reiche Kultur mit Traditionen und Bräuchen, die die sozialen Strukturen zusammenhalten. Eine ausgeprägte Empathie gegenüber ihren Mitmenschen zeugt von einem Reichtum, den man mit materiellen Besitztümer nicht gegen messen kann.

Das natureOffice Büro liegt nördlich der Hauptstadt in Kpalimé nahe der Grenze zu Ghana, wo Antonia zurzeit untergebracht ist. Von dort aus werden dann die beiden Projektflächen in Fokpo (ca. 85 Hektar) und Aboudzokope (ca. 580 Hektar) angesteuert. Auf der Fläche in Aboudzokope gibt es einen grünen und dicht bewachsenen Wald, was hier in Togo wirklich eine Seltenheit darstellt. Dort wird zurzeit versucht Kakao und Kaffee anzupflanzen. In Fokpo wurde bereits ein Gemeindehaus, eine Solastromanlage, eine Baumschule und ein Brunnen gebaut. Das zeigt, dass natureOffice sich nicht nur um den Klimaschutz kümmert, sondern sich auch in der Entwicklungshilfe der Dörfer engagiert.

Doch warum gibt es überhaupt Aufforstungsprojekte in Togo?

Die Antwort hängt dabei direkt mit dem leicht verbrannten Geruch in der Luft zusammen, den Antonia wahrnimmt. Die Togolesen zünden viele ihrer Landwirtschaftsflächen an und lassen sie ausbrennen, um somit die Nährstoffe schneller aus dem Boden zu holen. Damit richten sie allerdings mehr Schaden an, als dass sie vermutlich beabsichtigen. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wird es in 20 Jahren keine Naturwälder in Togo mehr geben, da hier mehr Holz abgebaut und Flächen abgebrannt werden, als nachgepflanzt wird. Die Entwaldung hat zudem zur Folge, dass der Niederschlag bei den ohnehin schon trockenen Böden zu schnell abfließt. Der zusätzliche übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, sowie dem Mangel an Sanitäranlagen führen zu Qualitätsverschlechterungen des Grundwassers. Die Aufforstung und der Schutz der vorhandenen Waldflächen ist deshalb in Ländern wie Togo so enorm wichtig.

Einblick in den Tagesablauf

Wie genau sieht nun ein Tag von Antonia aus? Zusammen mit ihrem Team führt sie in Fokpo und Aboudzokope eine Waldinventur durch. Sie ermitteln also wann die Flächen mit was bepflanzt wurden, untersuchen die Bäume auf Schäden, messen die Durchschnittsgröße der Bäume und prüfen, ob Nachpflanzungen nötig sind.

Das alles geschieht natürlich nicht wahllos, sondern wird gut überlegt nach Plan durchgeführt. Das Gebiet ist in verschiedene GPS-Punkte unterteilt, welche alle nacheinander einzeln aufgesucht werden müssen. An jedem GPS-Punkt wird dann in einem Umkreis von 20 Meter alle Baumarten, Baumhöhen, Schädlingsbefälle etc. erfasst. So schafft ein Team von 2-3 Personen täglich ungefähr 5-9 GPS-Punkte. Das mag auf den ersten Blick nach nicht viel klingen, wenn man aber die Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und die Tatsache betrachtet, dass alle Punkte zu Fuß abgelaufen werden müssen, dann ist das definitiv eine ordentliche Leistung. Das Ziel ist es durch diese Waldinventur eine genaue Übersicht der Vegetation zu bekommen und am Ende eine 100% Beschattung zu erreichen.

In den Projektgebieten werden nicht nur die natürlichen Lebensgrundlagen geschaffen, sondern es entstehen auch lebensnotwendige bauliche und technologische Infrastrukturen als Voraussetzung einer kulturellen, sozialen und nachhaltigen Standortentwicklung. natureOffice handelt nach ihrem Leitsatz „Gemeinsam ist es Klimaschutz“. Die Menschen, die am meisten unter dem Klilmawandel leiden, sollen aktiv mit einbezogen werden, damit am Ende jeder davon profitiert.

Unsere Antonia ist noch bis März vor Ort in Togo und wird natürlich weiterhin fleißig für euch berichten. Freut euch also auf weitere interessante Einblicke von ihrer Reise hier auf unserem Blog und unseren Social-Media Kanälen!

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